Garant des Erfolges

Die Wurzeln der LfA liegen in der Be­wältigung einer Mammutaufgabe. Fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mussten in Bayern rund zwei Millionen aus ihrer Heimat vertriebene Menschen integriert werden. Zugleich brauchte es Maßnahmen, um die zer­störte Wirtschaft wiederzubeleben. Viele der in der alten Heimat tätigen Unter­nehmer begannen in Bayern mit dem Wiederaufbau ihrer Betriebe – dafür brauchten sie Kapital, das von Kreditin­stituten zur Verfügung gestellt werden musste. Bei der Darlehensvergabe an die kapitalbedürftigen Unternehmen waren Sicherheiten notwendig, die der bayerische Staat durch Staatsbürgschaften gewährte. Zuständig dafür war das Finanzministerium, das allein bis Ende 1951 über 8.100 Staatsbürgschaften für Einzelkredite bewilligte. 

Ermöglicherin des Wiederaufbaus

Auf Betreiben des späteren Ministerial­direktors des Bayerischen Finanzministeriums, Dr. Otto Barbarino, wurde ein Gesetz für die Entlastung der beteiligten Behörden entwickelt, woraufhin mit dessen Verabschiedung am 7. Dezember 1950 die „Bayerische Landesanstalt für Aufbaufinanzierung“ – die LfA – gegründet wurde. Aus­gestattet mit 40 Millionen D-Mark Startkapital, nahm das neu geschaffene Sonderkreditinstitut im Mai 1951 seine Arbeit auf. Zu Beginn war es zuständig für die Bearbeitung und Verwaltung der Staatsbürgschaften und die Verteilung öffentlicher Förderdarlehen aus Bundes- und Landesmitteln an bayerische Unternehmen. 
Zunächst gab es auch Bedenken, die LfA könnte eine staatliche Konkurrenz zum Firmenkundengeschäft der Geschäftsbanken darstellen. Deswegen sieht das LfA-Gesetz den Grundsatz der Wettbewerbsneutralität vor, die das Hausbankprinzip sicherstellt. Die LfA agiert damit als Refinanzierungspartner für die Privatwirtschaft, übernimmt die Beschaffung von Fördermitteln und legt Vergabebedingungen sowie Zinsmargen fest. Die Verhandlungen mit Kreditnehmern, die Ausreichung der Darlehen sowie die Primärhaftung sind Sache der Hausbanken. Das ermöglicht ein kon­struktives Zusammenspiel aller Kräfte.
Das Aufgabengebiet, Flüchtlingsunternehmen von Kreditfinanzierungsrisiken zu entlasten, weitete sich schnell aus. Denn auch einheimische Unternehmen benötigten Mittel, um beispielsweise Kriegsschäden zu reparieren. Schon ab Mitte der 1950er-Jahre nahm die LfA die Rolle eines umfassenden Instruments staatlicher Wirtschaftsförderung in Bayern ein. 

Historienfilm: 75 Jahre LfA – Eine Chronik

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Im Mai nimmt die „Bayerische Landes­anstalt für Aufbaufinanzierung“ ihre Geschäftstätigkeit auf.

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Ab Mitte der 50er-Jahre ist die LfA bereits ein um­fassendes Instrument staatlicher Wirtschafts­förderung.

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Mit Infrastrukturkrediten fördert die LfA jetzt auch Kommunen und kommunale Gebietskörperschaften.

Bayerns Mittelstands-Motor

Die Aufgabengebiete der LfA wuchsen weiter, es kamen Regional- und Infrastrukturförderprogramme hinzu. Denn während Ballungszentren boomten, drohten länd­liche Regionen den wirtschaftlichen Anschluss zu verlieren. Insbesondere die Landkreise an der Grenze des „Eisernen Vorhangs“ waren betroffen. Im Jahr 1957 lagen unter den 34 ärmsten Landkreisen der Bundesrepublik 32 in Bayern, über ein Viertel des Gebiets des Bundeslands galt als strukturschwach. Der Freistaat stellte Gelder für die regionale Förderung zur Verfügung, dazu kamen Initiativen vom Bund – und die LfA reichte die Mittel in Form von langfristigen, zinsgünstigen Krediten an Industrie- und Handwerksbetriebe weiter. Daneben gab es Infrastrukturkredite, mit denen über die LfA Kommunen und kommunale Gebietskörperschaften gefördert wurden. Schon früh in ihrer noch jungen Geschichte stand besonders der bayerische Mittelstand im Fokus der LfA. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben es in der Regel im Vergleich zu großen Unternehmen schwerer, an Mittel zu kommen. Diesem Wettbewerbsnachteil widmete sich die LfA. Auf Basis des 1961 in Kraft gesetzten Mittelstandskreditprogramms und mehrerer Ergänzungsprogramme half sie bayernweit mittelständischen Betrieben und Existenzgründern durch Förderungen dabei, gewerbliche Investitionen zu finanzieren. 1974 trat das Bayerische Mittelstandsförderungsgesetz in Kraft, das Ziele und Grundsätze der Fördermaßnahmen festhielt. Damit – und mit ihren Darlehen für die kommunale Infrastrukturmodernisierung, etwa für die Wasserversorgung oder den Tourismus – wuchs die LfA zur Architektin einer ausgewogenen Wirtschaftsstruktur.

» Schon ab Mitte der 1950er-Jahre nahm die LfA die Rolle eines umfassenden Instruments staatlicher Wirtschaftsförderung ein «

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Die Mauer wird zwischen Ost-und Westdeutschland errichtet.

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Das Mittelstandskreditprogramm tritt in Kraft: Die LfA fördert zunehmend den Mittelstand. In Bayern arbeiten jetzt doppelt so viele Menschen in der Industrie wie in der Landwirtschaft.

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Die erste bemannte Mission landet am 20. Juli auf dem Mond.

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München ist Austragungsort der Olympischen Spiele.

Passende Antworten auf große Fragen: LfA als Krisenfeuerwehr

Die Unterstützung in Krisenzeiten blieb im Laufe aller Folgejahrzehnte nach der LfA-Gründung weiterhin notwendig. Unter anderem die Ölpreisschocks in den 70ern (1973 und 1979), die Finanzkrise 2008 und 2009 sowie die Corona-Pandemie der 2020er-Jahre brachten jeweils besondere wirtschaftliche Herausforderungen mit sich. Auf diese fand Bayern gemeinsam mit der LfA passende Antworten, wie zum Beispiel den Bayerischen Mittelstandsschirm, der während der Finanzkrise der Nullerjahre über 4.400 Unternehmen durch die Krise brachte. Zügig zur Verfügung gestellte Spezialprogramme, Schnellkredite oder Tilgungsaussetzungen sicherten während der Corona-Pandemie die Liquidität des bayerischen Mittelstands. Und nicht nur KMU, auch große bayerische Unternehmen profitierten in Krisen von der LfA, indem der Staat über LfA-Hilfen deren Existenz, die damit verbundenen Arbeitsplätze und die bayerische Wirtschaftskraft verteidigte. Namhafte Unternehmen waren zum Beispiel die Flugzeugbauer der Augsburger Messerschmitt AG, die 1957 fast Konkurs anmelden musste, sowie der 1959 kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehende Münchner Fahrzeughersteller BMW. Auch als es bei der Audi AG im Zuge der ersten Ölkrise im Jahr 1974 zu Massenentlassungen kam, stellte die LfA in Ingolstadt Fördermittel für Auffang­lösungen bereit. Und die aufgrund des steigenden internationalen Wettbewerbsdrucks kriselnde Textil- und Papierindustrie in Bayern hielt mit Unterstützung der LfA stand.

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Der Freistaat Bayern erlässt das Mittelstands­förderungsgesetz.

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Der Dienst­leistungssektor gewinnt an Bedeutung: Erstmals sind in Westdeutschland in diesem Bereich mehr Menschen beschäftigt als in der Produktion.

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Die zweite Ölkrise  – nach 1973 – führt dazu, dass die Zahl der Insolvenzen und Konkurse den Höchststand nach Kriegsende erreicht.

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Franz Josef Strauß stirbt überraschend am 3. Oktober 1988. Von 1978 an war er Bayerischer Ministerpräsident.

Strategischer Wachstums- und Innovationstreiber

Neben KMU-Förderung und Krisen­schirmen entwickelte die LfA mit der Bayerischen Staatsregierung gezielte Förderungen für Wachstumsbranchen. Exemplarisch dafür steht die chemische Industrie, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts im südostbayerischen Chemiedreieck zwischen Trostberg, Töging am Inn und Burghausen ansiedelte und Ende der 1960er-Jahre bis Ende der 1990er-Jahre durch große Kredite ihre Standorte umstrukturieren, Hightech-Modernisierungsmaßnahmen durchführen und Arbeitsplätze schaffen konnte. 
In den 1980er-Jahren verfolgte die Bayerische Staatsregierung unter Ministerpräsident Franz Josef Strauß ge­meinsam mit der LfA eine strategische Beteiligungspolitik. Anteilskäufe in der Luft- und Raumfahrt bis hin zur Film- und Fernsehindustrie sollten die Wirtschaftskraft steigern und strategisch wichtige Sektoren politisch steuerbar machen. In den 1990er-Jahren bis Ende der Nullerjahre wurde diese Strategie unter Ministerpräsident Edmund Stoiber durch Privatisierungen abgelöst. Damit erhielt die LfA neue Finanzmittel. Kurz vor der Jahrtausendwende wurden die Gesellschaften „Bayern Innovativ“ und „Bayern Kapital“ gegründet und in die LfA-Gruppe integriert. Erstere ist für den Transfer von Technologie zwischen Forschungseinrichtungen und Wirtschaft zuständig, Letztere für die Bereitstellung von Wagniskapital, auf das insbeson­dere Tech-Start-ups angewiesen sind.

» Um die Jahrtausendwende erfindet sich die LfA wieder ein Stück neu «

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Nach dem Fall der Berliner Mauer rückt Bayern in die Mitte Europas und positioniert sich früh als Brücke zu Mittel- und Osteuropa.

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Die Wiedervereinigung Deutschlands wird am 3. Oktober besiegelt.

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Die Bayerische Staatsregierung gründet im Rahmen ihrer High-Tech-Offensive die LfA-Tochter Bayern Kapital.

Säule der Beständigkeit und kooperativer Gesprächspartner

Ab der Jahrtausendwende vollzieht die LfA endgültig den Schritt von einem hauptsächlich in Fachkreisen bekannten Förderinstitut hin zu einer modernen Förderbank. Ihr Auftritt wurde moderner und sie öffnete sich stärker nach außen. Seit 2001 führt sie den Namen „LfA Förderbank Bayern“. Die Kunden der LfA – sowohl die Unternehmen und deren Hausbanken als auch die Kommunen in Bayern – rücken immer mehr in den Mittelpunkt der Prozesse und der Geschäftspolitik der LfA. Mit ihren Krediten, Risikoübernahmen und Beteiligungskapitalangeboten deckt die LfA ein breites und umfassendes Förderspektrum ab: Es reicht von Gründung und Betriebsübernahmen über Wachstum und Modernisierung, Innovation und Digitalisierung, Energie, Klima- und Umweltschutz bis hin zu Stabilisierung und Krisenhilfen sowie Infrastruktur. Damit stehen Förderangebote für jeden Lebenszyklus von Unternehmen und für kommunale Investitionen bereit. Hinzu kommt die Förderberatung als vierte Säule des Förderinstrumentariums der LfA.
Mit der Eröffnung der Förderberatung in München, der Repräsentanz in Nürnberg, später des Förderstützpunkts in Hof, bayernweiten Beratungs­tagen sowie dem „Runden Tisch Bayern“ geht die LfA aktiv in regelmäßige direkte Gespräche mit den Finanzierungspartnern – damit beispielsweise Existenzgründer schon während der Erstberatung bei ihrer Hausbank Informationen über die Angebote der LfA erhalten und das passende Angebot für ihre individuellen Bedürfnisse finden. 

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Die weltweite Finanzkrise trifft auch bayerische Schlüsselbranchen; Exporte brechen zeitweise ein, Kurzarbeit und Strukturmaßnahmen nehmen zu.

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In der Corona-Krise stellt die LfA in kürzester Zeit bayerische Hilfsprogramme zur Verfügung.

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Die LfA wird zur starken Mittelstands- und Transformationsbank des Freistaats Bayern ausgebaut. 

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Bei der Jahresbilanz im April blickt die LfA auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück: mit 45 Prozent mehr Förderleistung für Gründung, Wachstum und Transformation in Bayern.

Stabilität mit Weitblick für den Wirtschaftsstandort Bayern

Die 2020er-Jahre zeichnen sich durch tiefe Einschnitte aus: von globaler Pandemie über weltpolitische Krisenkonstellationen bis hin zu explodierenden Energiepreisen. Um in diesem schwierigen Umfeld Wachstumsinvestitionen und Innovationen anzustoßen, beschließt die Bayerische Staatsregierung 2024 die strategische Weiterentwicklung der LfA als starke Mittelstands- und Transformationsbank für Bayern. In der Folge baut die LfA dank der finanziellen Unterstützung des Freistaats Bayern ihre Finanzierungsinstrumente seit Frühjahr 2025 deutlich aus. Und das in allen drei Kernelementen ihrer Finanzierungsinstrumente: den Förder­krediten, den Risikoentlastungen in Form von Haftungsfreistellungen und den Beteiligungskapital­angeboten.
Auch heute gibt es weiterhin komplexe Herausforderungen für Unternehmen und kommunale Akteure: Digitalisierung, künstliche Intelligenz, demografischer Wandel, Klimaneutralität und nicht zuletzt der immer schneller werdende Takt von Veränderungen der weltpolitischen Rahmenbedingungen. Wirtschaftsakteure in Bayern dürfen sich mit der LfA seit 75 Jahren und auch künftig auf einen stabilen Partner verlassen, der sich stets ein Stück weit neu erfindet, um passgenaue Antworten auf die Fragen zu liefern, die sich aus der Gegenwart und in Zukunft ergeben.

» Wirtschaftsakteure können sich mit der LfA auf einen stabilen Partner verlassen «

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